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Edgar G. Ulmer war ein Grenzgänger zwischen Kunst und grellem Schund, gediegenem Hollywood-Filmhandwerk und reißerischem Trash. Er war Vorbild für Regisseure wie Martin Scorsese, Peter Bogdanovich oder die französische Nouvelle Vague. Der Film präsentiert eine detektivische Entdeckungsreise in die seltsame Welt der B-Movies und das geheimnisvolle und tragisch verlaufende Leben des in Österreich geborenen Regisseurs, welcher am Rand Hollywoods eine eigenwillige Karriere machte.
„Ein Bild Ulmers ähnelt weniger einer Fotografie als einem rätselhaften Phantombild“, wie Stefan Grissemann in seiner Ulmer-Biographie Mann im Schatten schreibt. Ein Bild, das sich aufgrund der Aussagen seiner Mitarbeiter, Fans, Angehörigen aber auch ernsthafter Wissenschaftler ergibt und das durchaus widersprüchlich ist und fragmentarisch bleibt. Die Trennung von Legenden und Fakten ist schwierig, für ein filmisches Portrait aber eine reizvolle Herausforderung.
Edgar G. Ulmer gleicht einem Vexierbild. Ein Porträt von ihm zu entwerfen, heißt, all die konträren und einander widersprechenden Aussagen wertzuschätzen. Neben der Porträtierung eines klassischen Künstler-, Emigranten- und Außenseiterschicksals des 20. Jahrhunderts geht es deshalb vor allem um die detektivische filmische Nachforschung zu Ulmers Kultstatus. Die Frage nach einer Wahrheit ist, ähnlich wie in vielen Filmen Ulmers, ist eigentlich nicht zu beantworten. Deshalb liegt das Hauptaugenmerk auf den Nachforschungen selbst, wodurch mehrere spannende Wahrheiten ko-existieren können.
Ulmers Figur wirft viele Schatten: Er hat überall Spuren hinterlassen, ist selbst aber schwer zu sehen; seine Geschichte verläuft im Zickzack-Kurs, ist voller Löcher und Widersprüche. Trotzdem war sein Einfluss auf andere beträchtlich, waren seine Spuren markant. Edgar G. Ulmer ist ein Symptom, das erst interpretiert und gelesen werden muss. Dafür stehen uns Quellmaterialien wie Ulmers sämtliche Filme und die Fragmente unvollendet gebliebener Werke, Briefe und seltene Fotografien, das Tonband des Interviews Bogdanovich/Ulmer sowie wichtige historische Dokumente erstmals und exklusiv zur Verfügung. |
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