Gott und Vaterland - Muslime im Bundesheer

Synopsis

Zum ersten Mal in Kontakt mit dem Islamischen Glauben kam der Burgenländer Michael Cserkits, als er beim Studium an der Theresianischen Militärakademie ein Thema für seine Diplomarbeit suchte. Davor war er 10 Jahre konfessionslos. Erst die Logik und die Gesetze des Islams konnten ihn überzeugen, sich erneut einer Glaubensrichtung anzuschließen.
Anfangs noch befangen hinsichtlich kritischer Reaktionen seiner Mitmenschen, bezeichnet er sich heute stolz als „praktizierender Muslime“. Einerseits stößt er damit auf Skepsis und Unverständnis, andererseits auf Bewunderung. Trotz der 40-tägigen Fastenzeit im Ramadan, ist er stets im Dienst als Offizier im Panzerbatallion 33 und passt seinen Glauben dem Beruf an.
So auch die 23-Jährige Melek Yapakci, deren Geschichte auf zweierlei Arten Konfliktpotential in sich birgt. Sie ist die erste und einzige weibliche Muslima im Österreichischen Bundesheer und bildet dort als Unteroffizierin Jäger und Pioniere aus.
Melek sieht es nicht als Widerspruch an, ihrem Vaterland zu dienen und gleichzeitig streng gläubig zu sein.


Weder ihr Glaube noch ihr Geschlecht haben sie daran gehindert, ihre Ausbildung zu absolvieren und sich bei ihren Rekruten Respekt zu verschaffen. Ihrer Cousine dient sie nun als Vorbild - diese hat sich entschlossen, selbst in einigen Jahren dem Bundesheer beizutreten.

Der Film begleitet Melek und Michael in ihrem Beruf, bei Aktivitäten mit den Heerestruppen, deren Mitglieder zum Teil selbst Muslime sind.
Zur Angelobung der jungen Rekruten am Yppenplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk lädt die muslimische Jugend anlässlich des Ramadans zum traditionellen Fastenbrechen ein, bei der die multikulturelle Prägung des Heeres deutlich sichtbar wird.

Diese persönlichen Geschichten werden in Beziehung gesetzt zur 100-jährigen Geschichte der Muslime im Bundesheer, beginnend mit der Annexion Bosnien-Herzegowinas und dem Islamgesetzes von 1912.
Inwiefern eine Verbindung zwischen Glaube und Vaterland besteht, erfahren die Rekruten bei einer der jährlichen Besuche des Bundesheeres im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Bei einer Führung von Dr. Ortner, dem Direktor des HGM, wird ihnen die Geschichte dieser sogenannten Bosniaken-Regimenter nähergebracht, die ihren Eifer und ihre Heldenhaftigkeit erst durch die Anerkennung ihrer Religion im Vielvölkerstaat erlangten und somit zum ersten mal vor Bedrohungen ihrer Nachbarn sicher waren.

Der Film stellt einen Kontext zwischen Vergangenheit und der von Integrationsbemühungen, Fundamentalismus und Islamophobie geprägten Gegenwart her. Es wird das kritisch beäugte Thema von einer bislang wenig beachteten Seite beleuchtet- das Bundesheer als Bildnis der österreichischen Gesellschaft und zudem als Spiegel der Integration von Muslimen in Österreich.